Ausbildung und ForschungAusbildung und künstlerischer Werdegang
Meine professionelle künstlerische Entwicklung im Rahmen einer privaten Ausbildung fand von 2018 bis 2023 an der Schule „Atelier Schule Practicum“ (St. Petersburg) statt. Das Studium war als ein aufeinander aufbauendes System zur vertieften Arbeit mit der visuellen Sprache konzipiert und umfasste:
- Tiefgehendes Studium der Komposition in der Malerei;
- Farbenlehre und Farbpraxis;
- Untersuchung des Verhaltens von Farbe im malerischen Raum — ihre Materialität, das Zusammenwirken von Schichten sowie Licht- und chromatische Effekte;
- Einen eigenständigen Kurs für Zeichnung und Grafik.
Dozent und Mentor: Nikolai Jurjewitsch Fedotow — Künstler, Kunstpädagoge, Designer, Verleger von Lehrbüchern und Bildbänden sowie Chefredakteur des Online-Magazins „Obraz“ (St. Petersburg).
Diese Ausbildung bildete die Basis für meinen eigenständigen Ansatz in Bezug auf Farbe und Komposition und wurde zum Fundament meiner weiteren künstlerischen Forschung.
Verkürztes Thesenprogramm des Kurses "Komposition&Kunstmalerei"- Anatomie des Sehens
- Erfassung der Zuschaueraufmerksamkeit
- Neuroästhetik
- Aufmerksamkeitszentren im Bild
- Formale Stimuli
- Gegenständliche Stimuli
- Form und Inhalt. Kategorien der Kompositio
- Betrachter und visuelles Denken
- Das Thema in der Komposition und seine Wahl
- Prinzip der Polarität
- Binäre Opposition. Konflikttheorie
- Sujet. Geschichte.
- Urelemente - Punkt.Linie.Ebene.
- Silhouette und Fleck
- Visualisierung
- Licht. Farbe. Farbraum
- Tonale Lösung
- Textur
- Ausdrucksmittel
- Wahrnehmungskontrast
- Formkontrast
- Farbkontrast
- Visuelles Denken
- Hierarchie der Beziehungen
- Farbe
- Farbrelativität
- Farbmodelle
- Farbe und Malmittel
- Koloristik
- Harmonisierungsmethoden
In den Pausen zwischen den Studienblöcken nahm ich regelmäßig Privatunterricht bei meinem Lehrer, um mich intensiv mit der Komposition und der künstlerischen Praxis auseinanderzusetzen.
2022–2023: Analyse- und Forschungskurs „Die Malerei und ihre Mittel“Dozent und Mentor: Nikolai Jurjewitsch Fedotow
„Nach dem fundierten Studium der Kompositionsgesetze vertiefte ich meine Ausbildung auf der nächsten Ebene – im Analyse- und Forschungskurs. Das Programm bot eine Synergie aus aktiver künstlerischer Forschung und einem umfangreichen theoretischen Teil. Dies beinhaltete das Studium von Fachliteratur sowie die gezielte Schulung der visuellen Wahrnehmung (
visuelle Kompetenz / Sehschärfe).
Im Rahmen des Kurses untersuchten wir die Werke von Kasimir Malewitsch, W.N. Wolkow, Wassily Kandinsky, Michail Matjuschin, Josef Albers, Johannes Itten sowie weiteren namhaften Künstlern. Ein wesentlicher Bestandteil waren optische Experimente, deren Ergebnisse wir systematisch festhielten.
Hier ist beispielhaft ein Auszug aus dem Kursprogramm zum Thema Farblehre:
Farbe- Die Natur von Licht und Farbe.
- Das Spektrum. Objekte besitzen keine Farbe.
- Licht + Auge + Gehirn = „Farbe“.
- Farbkonstanz — die Ursache von Illusionen.
- Licht, Farbe oder Farbe (Pigment) — womit arbeitet der Künstler?
Farbrelativität- Gegenstands- und Lokalfarbe. Metamerie.
- Farbumgebung. Reflex.
Farbmodelle- Farbenlehre — Schlüsselfiguren.
- Chromatisches Akkordeon. Architektonen. Farbkoordinaten.
- Harmonische Kombinationen. Komplementärfarben.
Farbe und Malmittel- Eigenschaften der Farbe.
- Farb- und Tonwertbeziehungen.
- Aktive oder passive Tonalität — die Basis des Kolorits.
- In welcher Farbskala arbeiten? Munsell-Farbsystem.
- Drei-Komponenten-Theorie.
- Basisfarben.
Koloristik- Farbharmonie.
- Farbspektrum (Farbskala).
- Kolorit.
Methoden der Harmonisierung- Harmonische Kombinationen.
- Komplementärfarben.
- Begrenzte Palette.
Gleichzeitig wurden die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt: Wir lernten, mit Farbe innerhalb einer Komposition zu arbeiten. Es war eine enorme intellektuelle Herausforderung.
Durch diese Arbeit tauchte ich tief in die Wissenschaft der Farbe ein und entdeckte ihre inneren Kräfte: Relativität, Wechselwirkung und psychologische Wirkung auf den Menschen. Es war eine Zeit der Offenbarungen, tiefer Einsichten und des Findens neuer Bedeutungen. Jedes Werk wurde zu einem Schritt ins Ungewisse — dorthin, wo Farbe über die Form und die herkömmliche Wahrnehmung hinausgeht.
So entdeckte ich die vierte Dimension der Farbe —
Polyphantom.
Die Welt um uns herum ist nicht nur polychrom, sondern polyphantom. Das eine ist vom anderen untrennbar. Genau darum geht es in meiner Kunst.