Triptychon „ Die Mama"
Öl. Leinwand. 70x100x2, 50x100.
2025
Dieses Triptychon ist meine persönliche Geschichte. Ihr liegt die Erfahrung eines doppelten Verlusts zugrunde: Zuerst ließ mich meine leibliche Mutter im Waisenhaus zurück, später verstießen mich meine Pflegeeltern, und ich verlor erneut meine Familie. Viel Zeit ist vergangen, und der Schmerz dieses doppelten Verlusts ist Teil meines Lebens geworden. Erst Polyphantom-Art wurde zu der Sprache, die es mir ermöglichte, diese Geschichte zu erzählen.
Um den Kontrast zwischen Illusion und Realität darzustellen, nutze ich die Instabilität der Formen. In den Seitenteilen breche ich bewusst die Farbpaare auf, indem ich den Hauptfarbton entferne und nur ein einsames, schimmerndes gelbgoldenes Nachbild zurücklasse... Disharmonie und das Gefühl des Verlusts werden durch dieses einsame Nachbild ausgedrückt. Es ist die visuelle Verkörperung des Fehlens, in der die Leere ebenso wichtig ist wie das Licht.
Im linken Teil des Werkes pulsiert meine Lebensenergie, doch genau in der Mitte befindet sich ein leerer grauer Fleck. Es ist der Platz, an dem die Mutter hätte sein sollen, doch dort ist nichts.
Rechts zeigt sich eine leuchtende weibliche Silhouette. Dies ist kein realer Mensch, sondern ein Bild, das ich mir selbst erschaffen habe, während ich andere glückliche Familien beobachtete. Die Silhouette ist von Leere umgeben, denn Fantasien können die reale Vergangenheit nicht ersetzen.
Das Zentrum des Triptychons ist der Geburtsort des Lebens. Hier „gebiert“ ein tiefes Blau ein vibrierendes Goldgelb. Wie eine Mutter ein Kind gebiert, wie ein Bild ein Nachbild gebiert...
Dies ist ein Symbol dafür, wie eines dem anderen Leben schenkt.
Es ist mein Dank an meine Mütter dafür, dass ich auf der Welt bin und lebe.