Triptychon „Mutter“ 100x70, 100x50, 100x70 | Öl auf Leinwand | 2025
Dieses Triptychon ist eine tiefgreifende biografische Untersuchung, realisiert durch die künstlerische Sprache der
Polyphantom-Art. In dieser Arbeit transformiere ich Gefühle, die lebenslang nach einem Ausdruck suchten, in visuelle Bilder.
Konzept und BiografieMeine Geschichte ist die Erfahrung eines zweifachen Mutterverlustes. Der erste geschah physisch, als ich im Alter von sechs Monaten in einem Waisenhaus zurückgelassen wurde. Der zweite geschah emotional mit siebzehn Jahren, als ich die Wahrheit über meine Herkunft erfuhr und aus einer Adoptivfamilie verstoßen wurde, in der Gewalt statt Liebe als Norm galt.
Nur durch die Eigenschaften der „Phantomhaftigkeit“ ist es mir gelungen, Jahrzehnte der Angst und der Suche nach Wärme auszudrücken. In der Arbeit untersuche ich Kategorien wie Metaphorik, Illusorik und Vibration – sowohl visuell als auch innerlich.
Struktur des Triptychons- Linker Teil: Erfüllt von pulsierendem Licht und einer energetischen Aura. Dies ist das „Polyphantom“ meiner Geburt und Lebenskraft. In der Mitte jedoch befindet sich ein grauer Fleck: eine stille Leere dort, wo eine Mutter hätte sein sollen. An diesem Punkt ist kein Leben vorhanden.
- Rechter Teil: Eine illusorische, leuchtende Silhouette einer Frau mit unklaren Umrissen. Es ist das Bild einer Mutter, zusammengesetzt aus Kindheitsfantasien und Beobachtungen anderer Familien. Das Bild ist von Leere umgeben – meine Realität, in der Träume das Vakuum der Vergangenheit niemals füllen können.
- Mittlerer Teil: Eine abstrakte Form, die das Prinzip der Geburt des „Phantoms“ offenbart. Ein konventionelles, sattes Blau (die Farbe der Gottesmutter und der lebenspendenden Mutter) bringt ein vibrierendes Gelb hervor (Symbol göttlicher Energie und neuen Lebens). Eines bringt das andere hervor und bildet eine untrennbare Einheit – so wie die Farbe das Phantom gebiert.
Künstlerische MethodeDie Illusorik im Triptychon zeigt sich durch die Instabilität der Formen und das Fehlen eines fixierten Bildes. Komplementarität und die Warm-Kalt-Vibration der Farben erzeugen einen Kontrast zwischen der Fülle des Raumes und dem grauen Vakuum.
Für mich ist dies ein subjektives Empfinden des Schwankens zwischen Licht und Leere, Realität und Fantasie, Präsenz und Absenz, der Bitterkeit des Verlustes und Dankbarkeit.